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Klima & Nachhaltigkeit

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Klima und Nachhaltigkeit

Der Klimawandel ist ein globales Problem, dessen Auswirkungen auch in Vorarlberg zu spüren sind. Vorarlberg hat hier in den letzten Jahrzehnten bereits einige Meilensteine gesetzt: Beschluss der Energieautonomie 2009 mit den 101 enkeltauglichen Maßnahmen unter LR Erich Schwärzler oder auch im Jahr 2018 der Weg zur klimaneutralen Landesverwaltung unter LR Christian Gantner. Um das 1,5 Grad Ziel erreichen zu können, sind wir alle – Kommunen, Regionen und Länder – selbst gefordert, Maßnahmen zum Schutz des Klimas umzusetzen und gleichzeitig sich an das bereits verändernde Klima anzupassen. Dabei sind die sozialen Auswirkungen des Klimawandels unter dem Aspekt des leistbaren Klimaschutzes stets mit zu berücksichtigen und mit entsprechenden Förderungen entgegenzuwirken. Ein neues Bewusstsein für den Erhalt unserer Umwelt ist Herausforderung und Chance zugleich: Gelebter Klimaschutz erstreckt sich über sämtliche Bereiche – jedes eingesparte Kilogramm CO2 zählt! 

Schwerpunkte

Die Klimastrategie des Landes fußt auf drei Säulen. Säule eins ist der Klimaschutz, die sowohl die energiebedingten als auch die nicht energiebedingten Treibhausgasemissionen umfasst. Hier setzt die Strategie Energieautonomie+ 2030 an. Eines der Hauptziele ist die Unabhängigkeit von importierten Energieträgern (Gas, Öl, Strom aus Atomkraft, …).

Die zweite Säule ist die Klimawandelanpassung, die all jene Maßnahmen umfasst, die aufgrund der veränderten Bedingungen notwendig werden (z.B. Hochwasserschutz). Die dritte Säule umfasst das Thema Landnutzung: Moore und Wald sind ein wichtiger Speicher von Treibhausgasen und daher auch ein zentrales Element im Klimaschutz. Diese Klimastrategie soll vehement umgesetzt werden - dafür muss bei allen Entscheidungen die Frage nach der Klima- und Umweltverträglichkeit gestellt werden!

Aufgrund der Vorarlberger Geografie ist in unserem Bundesland aktives Leerflächen- und Leerstandsmanagement notwendig, statt immer neue Flächen zu verbauen. Dies gilt für uns als erste ökologische Maßnahme: Freiflächen sind Zukunftsflächen! Im Bereich der Planung und Umsetzung von Gebäuden muss Nachverdichtung in Wohngebieten behutsam, in klar definierten Verdichtungszonen vorgenommen werden und unter Einbindung aller Betroffenen erfolgen. Bei Sanierungen von Einfamilienhäusern soll eine Sanierungsförderung “Aus 1 mach 2” angedacht werden, um so den Flächenverbrauch pro Person zu reduzieren.

Ökologisches Bauen mit regionalen Ressourcen und erneuerbaren Energiesystemen muss im Vordergrund stehen. Die Vorarlberger Landesverwaltung soll hier im eigenen Wirkungsbereich mit gutem Beispiel vorangehen und gesetzliche Regelungen für Photovoltaik-Pflicht (direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, mittels Solarzellen in elektrische Energie) ab einer Dachflächengröße von 200 m2, Holzbaukonstruktionen, Dach- sowie Fassadenbegrünungen umsetzen.

Im Neubau werden erneuerbare Energieträger für die Raumwärme zum Standard in der Wohnbauförderung und im Baurecht. Klimafitte Parkplätze sollen in der Wohnbauförderung verankert werden. Oberflächenbefestigungen sollen künftig versickerungsfähig sein, wodurch sie Niederschläge direkt aufnehmen können.

Besonders in neuen, sogenannten Green Jobs, die durch den Klimaschutz entstehen, fehlen in Vorarlberg oft die Fachkräfte. Zu diesen zählen unter anderem Installateure und Elektriker. Daher sollen entsprechende Ausbildungszweige (z.B. Energie- und Gebäudetechnik HTL Rankweil) öffentlich finanziert und eine Ausbildungsoffensive für diese Lehrberufe initiiert sowie attraktive Green-Jobs-Umschulungsmöglichkeiten gemeinsam mit dem AMS angeboten werden.

Unternehmer sollen zukünftig auch Möglichkeiten für ihre Mitarbeitenden schaffen, klimabewusst handeln zu können: Einführung des Eco-Points-Systems, Job Räder, regionale und saisonale Lebensmittel im Betrieb sind nur einige von vielen Ideen.

Klima- und Umweltschutz soll in allen Unterrichtsstufen als Querschnittmaterie behandelt werden. „Umweltbildung“ ist in vielen Unterrichtsfächern sinnvoll integrierbar und soll bereits in der Volksschule berücksichtigt werden. Dabei sollen bestehende Angebote unterstützt und erweitert werden (Sonnenkindergärten, Waldkindergärten, etc.).

Um Transportwege und damit CO2 einzusparen, sollen saisonale sowie regionale Produkte noch stärker gefördert werden. Bereits bestehende Initiativen, wie “Vorarlberg auf dem Teller”, sollen weiter ausgebaut und auf landeseigene Kantinen, Kindergärten, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser erweitert werden. In diesem Zusammenhang muss ebenso eine klare Herkunftsbezeichnung für alle von Seiten des Bundes eingefordert werden, um einen bewussten Konsum zu fördern.

Nach dem Vorbild Amsterdam sollen unadressierte Werbesendungen nur noch dann zugestellt werden, wenn dies durch einen entsprechenden Hinweis ausdrücklich erwünscht ist. Auf diese Weise können Tausende Tonnen an unerwünschter Werbung eingespart werden, die direkt im Müll landen würde. Eine andere Möglichkeit wäre das System von Postwurfsendungen komplett zu digitalisieren.

Unsere Mobilität ist ein wichtiger Hebel in der Bekämpfung des Klimawandels. Darum müssen wir Anreize zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr oder zur Nutzung von betrieblichem Mobilitätsmanagement schaffen.

Im Sinne einer Gleichbehandlung aller Mobilitätsträger sollte es für Arbeitgeber möglich sein, zweckgebundene Zuwendungen auch an Fußgänger, Fahrgemeinschaften, Radfahrer und andere Formen sanfter und umweltfreundlicher Anreise zum Arbeitsplatz zu leisten, ohne dass diese Zuwendungen als „geldwerter Vorteil aus einem Dienstverhältnis“ versteuert werden müssen. Konkret sollten steuerfreie Zuwendungen bis zu einer Obergrenze von max. 50 Euro pro Mitarbeitenden und Monat geleistet werden können. Die Zuwendungen sollten für alle Arten von gesunden und umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erbracht und analog zum Job-Ticket zusätzlich zu den allgemeinen steuerfreien Zuwendungen für Mitarbeitende erbracht werden können.

Car-Sharing soll flächendeckend ausgeweitet werden, um eine echte Alternative zur Anschaffung eines eigenen PKWs darzustellen: Angebot, Service und Koppelung an die diversen Mobilitätsknotenpunkte sind dabei wesentlich.

Um auf den fortschreitenden Klimawandel vorbereitet zu sein, müssen wir unsere Lebensräume an die sich verändernden Begebenheiten anpassen, Grünräume schaffen und durch Dachbegrünungen den Auswirkungen der Bodenversiegelung entgegenwirken. Der Hitzeschutzplan des Landes soll geprüft und ausgebaut werden, um bei langanhaltenden Hitzewellen entgegen wirken zu können (Hitzefrei für auf einem Bau Arbeitende, Schulfrei für Kinder, etc.). Klimafreundliche Ortszentren mit begrünten Gebäuden, öffentlichen Trinkbrunnen sowie Abkühlungsflächen mit Fauna und Flora sollen zum Standard werden. Erholungs- und Lebensräume sollen dabei berücksichtigt werden.

Gemeinsam
für die Zukunft.