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Wohnen & Lebensraum

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Wohnen und Lebensraum

Wohnen, sowohl in Miete als auch im Eigentum, ist in den vergangenen Jahren in ganz Österreich deutlich teurer geworden. In zu vielen Haushalten in Vorarlberg muss bereits rund die Hälfte des Einkommens dafür ausgegeben werden, um sich das Dach über dem Kopf zu sichern. Steigende Mieten und Grundstückspreise, Inflation und Bauprojekte, die sich nicht am Wohnbedarf, sondern der Attraktivität für Investoren orientieren, setzen besonders junge Familien und ältere Menschen bei der Wohnungssuche immer mehr unter Druck. Auch für Menschen mit Beeinträchtigungen wird es immer schwieriger, barrierefreien Wohnraum zu finden, der bezahlbar ist. Darum setzt sich der ÖAAB Vorarlberg auf sämtlichen gesellschaftlichen und politischen Ebenen für ein qualitätsvolles, sozial gerechtes und leistbares Wohnen für alle ein. 

Schwerpunkte

Die Wohnbauförderung des Landes Vorarlberg ist seit ihrer Einführung ein echtes Erfolgsmodell, das den Erwerb von Eigentum unterstützt. Dieses Modell gilt es für die Menschen in Vorarlberg an die sich wandelnden Rahmenbedingungen anzupassen. Es soll damit weiter bedarfsgerecht und an den aktuellen Entwicklungen am Wohnungsmarkt angemessen ausgestaltet werden. Der ÖAAB Vorarlberg unterstützt daher alle Maßnahmen, welche die Wirkung der Wohnbauförderung als Antwort auf die Entwicklungen stärken.

Im Jahr 2018 erhob das Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen im Auftrag des Landes, dass vorarlbergweit etwa 15.000 Wohnungen leer stehen. Jedoch beginnt die Herausforderung der Bekämpfung des Leerstandes bereits bei der Erhebung, denn die Zahl der Leerstände kann nur geschätzt werden, weil eine Meldung nicht vorgeschrieben ist. Um diese Leerstände zu aktivieren hat das Land Vorarlberg jedoch nur wenig Spielraum. Daher sollen die Länderkompetenzen im Bereich der Leerstandsabgabe vergrößert, sowie das Mietrecht flexibilisiert und ebenfalls den Ländern mehr Möglichkeiten gegeben werden. Bestehende Modelle wie „Sicher Vermieten“ sollen zudem weiter vorangetrieben und ausgebaut werden.

Bauen ist eine langfristige Investition und verdient daher eine fachkompetente Begleitung, um ökologische und ökonomische Aspekte in gutem Gleichgewicht zu halten. Parallel zur Wohnbauoffensive soll es in Vorarlberg auch eine Renovierungsoffensive nach dem Motto „Aus Alt mach Neu“ sowie aus „1 mach 2“ geben. Dafür sollte vor allem für Sanierung von Wohnraum noch mehr kompetente Begleitung zur Verfügung stehen. Umbaumaßnahmen, die die Energieeffizienz, Bausubstanz, Baunutzungszahl, alternative Heizsysteme oder Barrierefreiheit von Gebäuden verbessern, sollen noch mehr vom Förderprogramm für die Baubegleitung profitieren. Das ausgelaufene Angebot von Sanierungslotsen für die Bauwerber soll in diesem Zuge ebenfalls verlängert werden.

Um beim Eigentumserwerb zu unterstützen, sollen Mietkauf und andere Modelle für modernes Wohnen weiterentwickelt, gefördert und in ihrer Umsetzung unterstützt werden. Als weitere Unterstützung beim Erwerb des ersten Wohneigentums sollen die staatlichen Nebenkosten für Grunderwerbssteuer oder Eintragungsgebühren ins Grundbuch erlassen werden.

Im Zuge der Erstellung der Regionalen Entwicklungspläne (REP) durch die Gemeinden soll ein besonderes Augenmerk auf eine bedarfsorientierte Entwicklung von Wohnraum in den Gemeinden gelegt werden. Eines der Ziele sollte dabei sein, einen landesweiten Entwicklungsplan zu erstellen, um die Transparenz in diesem Bereich zu verbessern und Planungsgrundlagen zu verdichten. Ein Augenmerk bei der Ausweisung der Flächen gilt den Reserven und Potentialen für den gemeinnützigen Wohnbau. Leuchtturmprojekte, welche auf besondere Aspekte im gemeinnützigen Wohnbau eingehen, sollten verstärkt bekannt gemacht und weiter ausgebaut werden (z.B. gemeinwesenorientierte Quartiersentwicklung, „Wohnen 500“,…)

Im Hinblick auf die deutlich steigenden Baukosten sind Standards im gemeinnützigen Wohnbau zu überdenken. Dabei sind kurzfristigen Einsparungspotentialen aber auch die längerfristigen Folgekosten zu berücksichtigen, um nicht heute eine erhöhte Last in die Zukunft unserer Kinder zu tragen. Dennoch braucht nicht jede Wohnanlage eine Tiefgarage und auch bei Wohnungsgrößen sind Modelle zu entwickeln, die sich aus einer Kombination von kleinerem privatem Wohraum und gemeinsam genutzten Wohnflächen zusammensetzen. Mit unterschiedlichen Ausrichtungen der Wohnanlagen lässt sich besser auf die Vielfalt an Lebensverhältnissen eingehen und die Lebensqualität der Menschen steigern.

Gemeinsam
für die Zukunft.