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Aushöhlung des Modells AHS: ÖAAB-Lehrer Vorarlberg lehnen Bildungspläne von Bildungsminister Wiederkehr entschieden ab

Veröffentlichunsdatum
2 Feber, 2026
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Mit großer Sorge reagieren die ÖAAB-Lehrer Vorarlberg auf die jüngst präsentierten Reformpläne von Christoph Wiederkehr. Die angedachten Kürzungen im Bereich der Lateinstunden sowie insbesondere die geplante Zusammenfassung der naturwissenschaftlichen Fächer zu einem einzigen Fach stellen aus Sicht der Lehrervertretung eine massive Schwächung des Gymnasiums dar.

„Die Abschaffung oder deutliche Reduktion von Latein ist schon problematisch genug, weil damit ein zentraler Bestandteil der Allgemeinbildung und der sprachlichen Grundlagen verloren geht“, betont Obfrau Barbara Röser. „Die AHS wird von vielen Schülerinnen und Schülern bewusst als Vorbereitung auf ein Studium gewählt. Gerade in zahlreichen Studienrichtungen – etwa in Medizin, Jus oder Sprachwissenschaften – ist Latein weiterhin gefragt oder zumindest von großem Vorteil. Wer diese Grundlagen streicht, erschwert jungen Menschen ihren Bildungsweg unnötig.“

Besonders scharf kritisieren die ÖAAB-Lehrer Vorarlberg die geplante Zusammenfassung der naturwissenschaftlichen Fächer. Obfrau-Stellvertreter Stephan Obwegeser zeigt sich darüber fassungslos: „Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf die Idee kommt, dass eine Lehrperson Biologie oder Chemie unterrichten kann, nur weil sie Physik studiert hat – oder umgekehrt. Das ist pädagogisch fragwürdig und fachlich nicht verantwortbar.“ Die Naturwissenschaften lebten von fachlicher Tiefe, fundierter Ausbildung und Begeisterung für jedes einzelne Fach – all das werde durch ein Sammelfach massiv geschwächt.

Gleichzeitig betonen die ÖAAB-Lehrer Vorarlberg, dass ein moderner Bildungswandel notwendig ist – jedoch nicht durch Kürzungen zentraler Bildungsinhalte. „Digitale Bildung und der Umgang mit KI müssen sinnvoll in alle Fächer integriert werden und dürfen kein isoliertes Zusatzfach sein“, so Röser. „Zudem braucht es ein System, das stärker auf die individuellen Stärken der Schülerinnen und Schüler setzt: ein solides Grundwissen an Allgemeinbildung für alle sowie gezielte Vertiefungen je nach Begabung – und das sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Sekundarstufe II.“

Offenbar stehe hinter den Reformplänen vor allem ein Spargedanke sowie der Versuch, dem Lehrerinnen- und Lehrermangel kurzfristig zu begegnen. „Diese Rechnung wird langfristig nicht aufgehen“, warnt Obwegeser. „Wenn Unterricht an Qualität verliert und Fachlichkeit ausgehöhlt wird, leidet nicht nur die Ausbildung, sondern auch die Motivation künftiger Lehrpersonen.“

Statt das Gymnasium zu schwächen, fordern die ÖAAB-Lehrer Vorarlberg gezielte Investitionen in Lehrerbildung, moderne Unterrichtskonzepte und nachhaltige Lösungen gegen den Fachkräftemangel.

„Unsere Schülerinnen und Schüler verdienen eine hochwertige, zukunftsorientierte Ausbildung – mit klaren Fächern, gut ausgebildeten Lehrpersonen und Raum für individuelle Stärken“, so Obfrau Barbara Röser abschließend.

Gemeinsam
für die Zukunft.