Gesundheit und Prävention
Gesundheit entsteht in allen Lebenswelten und ist eine Aufgabe der gesamten Politik und hat daher auch einen entsprechend hohen Stellenwert beim Vorarlberger ÖAAB. Die gesellschaftsbezogenen Public Health-Sichtweisen müssen gestärkt werden. In den Politikbereichen, in denen Gesundheit mitgestaltet wird, soll mit gesetzlichen Mitteln diese Verantwortung stärker in den Fokus gerückt werden. Besonders im Personal- und im niedergelassenen Bereich bedarf es neuer Ansätze, um auch zukünftig eine qualitativ hochwertige Versorgung aller Menschen in Vorarlberg gewährleisten zu können. Gestiegene gesundheitliche Belastungen und auch psychische Auswirkungen müssen bei Schritten der Modernisierung im Gesundheitsbereich berücksichtigt werden.
Schwerpunkte
Das Salvus-Unternehmensnetzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) unterstützt Vorarlberger Betriebe dabei, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter systematisch zu fördern. Unternehmen profitieren von erhöhter Arbeitsfähigkeit, Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten sowie von reduzierten Fluktuationsraten. Unternehmen, die sich in der betrieblichen Gesundheitsförderung engagieren, sollen durch steuerliche Entlastungen in diesem Bereich unterstützt werden.
Übergewicht bzw. Adipositas ist eine weltweite Epidemie, die vielfach bereits im Kindesalter beginnt. Hier braucht es eine gesamtheitliche Strategie in den Bereichen gesunde Ernährung, Bewegung und Gesundheitsvorsorge um diese Entwicklung zu bekämpfen. Ebenso soll die Einführung eines Schulfachs Gesundheitsbildung angedacht werden. Der ÖAAB Vorarlberg setzt sich außerdem für den weiteren Ausbau des Modells School Nurse und Community Nurse ein.
Angesichts gestiegener psychischer Belastungen sollen Präventionszentren ausgebaut, Initiativen wie Care Management gebündelt und koordiniert sowie ausreichende Sachleistungsversorgung für die Behandlung psychischer Krankheiten ermöglicht werden. Der ÖAAB fordert einen bedarfsgerechten Zugang zur Psychotherapie, der es psychisch kranken Menschen ermöglicht, ohne finanzielle Hürden eine auf die individuellen Bedürfnisse angepasste psychologische oder psychotherapeutische Behandlung zu erhalten. Dazu soll der Ausbau der psychosozialen Dienste, besonders in den Bildungseinrichtungen, weiter forciert werden.
Die schrittweise Wiedereingliederung von Menschen nach schweren Unfällen und Erkrankungen in den Arbeitsmarkt ist eine langjährige Forderung des ÖAAB Vorarlberg. Menschen, die einen schweren Unfall oder eine Erkrankung erlitten haben, sollen schrittweise wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Was in der Privatwirtschaft durch das Wiedereingliederungsteilzeitgesetz umgesetzt wurde, soll auch für öffentlich Bedienstete insbesondere in Kranken- und Pflegeanstalten möglich sein - unkompliziert, praxistauglich und unbürokratisch!
Die Corona-Pandemie hat die Vorteile der Digitalisierung im medizinischen Bereich klar aufgezeigt, daher sollen diese im Zuge der Corona-Krise erprobten Errungenschaften erhalten bzw. weiter ausgebaut werden: e-Impfpass, e-Rezept, e-Befund, e-Medikation, e-Transportschein, e-Card am Handy, etc. Dadurch darf jedoch kein Nachteil für Patienten entstehen, in dem die Daten ausgenutzt werden, um höhere Beiträge einzufordern. Die Abmeldung von der elektronischen Gesundheitsakte ELGA soll nur unter bestimmten Bedingungen ermöglicht werden. Ein weiterer Ausbau der digitalen Gesundheitsberatung und Telemedizin wie zum Beispiel die Hotline 1450 soll zur Entlastung der Primärversorger vorangetrieben werden.
Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung mit ausreichender ärztlicher Versorgung soll gewährleistet werden. Wir setzen uns dafür ein, Kassenstellen weiter zu attraktivieren und auch flexiblere Arbeitszeiten für Kassenärzte zu ermöglichen sowie das Wahlarztsystem zu überarbeiten, um eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Ergänzungen des öffentlichen Gesundheitssystems durch Poolversicherungsmodelle sind positiv zu sehen und entlasten die Krankenkassen.