Die ÖAAB-Lehrerinnen und Lehrer Vorarlberg sprechen sich klar gegen das vorgestellte Modell einer sechsjährigen Volksschule aus. Für Obfrau-Stellvertreter Stephan Obwegeser fehlt dem Vorschlag ein überzeugender pädagogischer Mehrwert.
„Für uns ist klar: Wir wollen keine längere Volksschule – und schon gar nicht in Vorarlberg. Unsere Schulen brauchen keine neuen Strukturdebatten, sondern gute Rahmenbedingungen für hochwertigen Unterricht“, betont Obwegeser.
Besonders kritisch sieht er, dass in der fünften und sechsten Schulstufe der Stoff der Sekundarstufe I von ausgebildeten AHS- und MS-Lehrkräften unterrichtet werden soll. „Wenn die Lehrerinnen und Lehrer aus der Sekundarstufe I denselben Stoff künftig einfach in einer Volksschule unterrichten, stellt sich schon die Frage: Wo ist da eigentlich die Verbesserung?“
Für Obwegeser geht es dabei auch um eine grundsätzliche bildungspolitische Weichenstellung: „Ganz abgesehen davon, dass hier wieder eine Gesamtschule durch die Hintertür droht: Nur Strukturen umzubenennen oder zusammenzulegen macht noch keine Bildungsreform.“
Auch die weitere Schullaufbahn müsse genau geprüft werden. „Wenn Bildungswege zeitlich immer stärker zusammengedrängt werden, wird es gerade Richtung Oberstufe eng. Das darf nicht zulasten der Schülerinnen und Schüler gehen.“
Statt neuer Schulmodelle fordert Obwegeser einen klaren Fokus auf Grundkompetenzen, Deutschförderung und ausreichend Personal: „Wir brauchen starke Volksschulen, starke Mittelschulen und starke Gymnasien – keine sechsjährige Volksschule.“